Nuernberg 30.06.2018

Topgesetzte Teams erreichen Halbfinale der Techniker Beach Tour Nürnberg

Becker/Schröder beim vierten Turnier zum vierten Mal auf Podiumskurs

Nürnberg. Bei schönstem Sonnenschein verfolgten die Zuschauer auf den vollbesetzten Tribünen der „comdirect bank Arena“ den ersten Tag des Hauptfeldes bei der Techniker Beach Tour Nürnberg. Nach den Gruppenspielen am Vormittag ging es am Nachmittag beim mit 25.000 Euro dotierten Turnier um den Halbfinaleinzug. 

Bei den Frauen zogen Teresa Mersmann/Cinja Tillmann, Sabrina Karnbaum/Natascha Niemczyk, Leonie Körtzinger/Kira Walkenhorst und Anna Behlen/Sarah Schneider als Gruppensiegerinnen direkt in das Viertelfinale ein. Alle vier Teams konnten anschließend auch den Einzug in die Runde der besten vier Teams verbuchen. Das topgesetzte Team Mersmann/Tillmann spielte gegen Anna Hoja/Stefanie Hüttermann nahezu fehlerfrei und siegte so deutlich in zwei Sätzen. „Wir haben uns schon bei unserem ersten Turnier in Münster gut in die Saison gegroovt. Wir fühlen uns als Team einfach wohl auf dem Feld. Das ist sicher ein wichtiger Baustein für den Erfolg“, sagte Teresa Mersmann. 

Ein spannendes Drei-Satz-Match entwickelte sich zwischen dem bayerischen Duo Karnbaum/Niemczyk und den Kanadierinnen Nicole und Megan McNamara, die im Juli die Studenten-Weltmeisterschaften in München spielen werden. Karnbaum/Niemczyk erwischten einen guten Start und brachten den ersten Satz schnell nach Hause. Doch dann konnten die McNamara-Zwillinge zum Satzausgleich kommen und der Tie-Break musste das Spiel entscheiden. Nach über einer Stunde Spielzeit und der Abwehr von zwei Matchbällen gegen sich verwandelten Karnbaum/Niemczyk ihren sechsten Matchball zum Halbfinaleinzug. „Wir haben es spannender gemacht als wir es selbst wollten. Aber das passiert im Beach-Volleyball häufiger, dass man nach einem klaren Satzerfolg ungewollt etwas nachlässt und die Gegner so aufbaut“, sagte Sabrina Karnbaum. 

Behlen/Schneider zogen in den Finaltag am Sonntag mit einen 2:0-Erfog über Lisa Arnholdt /Leonie Welsch ein. Zum Abschluss des Spieltages trafen Körtzinger/Walkenhorst auf Leonie Klinke/Lisa-Sophie Kotzan. Nach einem sehr ausgeglichenen Anfang konnten Körtzinger/Walkenhorst das Spiel mehr und mehr bestimmen und sich so über einen 2:0-Sieg freuen. „Ich habe heute nicht so gut gespielt, aber Leonie hat die Initiative gut übernommen. Insgesamt haben wir uns aber in der kurzen Zeit gesteigert, wie wir es nicht erwartet hätten“, sagte Kira Walkenhorst, die verriet, dass ihre Olympiapartnerin Laura Ludwig ihren kleinen Sohn Theo zur Welt gebracht hat. Erfolgscoach Jürgen Wagner analysierte zum Spiel: „Sie haben noch nicht den richtigen Rhythmus, finden aber in den entscheidenden Momenten die richtigen Lösungen und können dann richtig Druck auflegen. Für Kira Walkenhorst ist es eine ganz andere Saison. Das Augenmerk liegt auf der vollständigen Regeneration und da mussten wir die Ziele ganz anders definieren. Wichtig ist, dass sie mit Freude daran arbeitet und da ist sie völlig angekommen. Außerdem hat sie große Freude daran, diese Saison in Deutschland zu spielen.“ 

Das Nationalteam Philipp Arne Bergmann/Yannick Harms konnte sich nach dem Gruppensieg auch erfolgreich im Viertelfinale gegen Sebastian Fuchs/Mischa Urbatzka durchsetzen. Gegen das vierte Team der Setzliste wurde es eine überraschend deutliche Angelegenheit mit 21:12 und 21:12. „Wir haben schon sehr souverän gespielt. Man hat aber gemerkt, dass sie ein Spiel mehr in den Knochen hatten. Aktuell arbeiten wir jedes Mal an unserem Spiel, um uns nach der dreiwöchigen Krankheitspause zurückzukämpfen. Man sagt, dass man rund vier  Wochen braucht, um wieder an das ursprüngliche Leistungsniveau heranzukommen“, analysierte Philipp Arne Bergmann. „Wir hatten nur eine kurze Pause zwischen Achtel- und Viertelfinale und es war unser viertes Spiel bei diesen sehr warmen Wetterbedingungen. Wir haben einen schlechten Start erwischt und dann ist es schwer, ins Spiel zu finden. Insgesamt sind wir mit dem Turnierverlauf zufrieden, da wir nach einem mäßigen Auftakt in den Spielen zwei und drei unser Niveau spielen konnten, was wir zur Zeit abrufen können“, sagte ein erschöpfter Sebastian Fuchs.

Für eine Überraschung sorgten die Wolf-Brüder Georg und Peter, die sich als Qualifikanten bis in das Halbfinale spielten. Im Viertelfinale behielten sie mit 2:0 die Oberhand gegen Max-Jonas Karpa/Milan Sievers. Ebenfalls ohne Satzverlust gewannen Alexander Walkenhorst/Sven Winter gegen Max Betzien/Lars Geukes. Eine blitzsaubere Bilanz auf der Techniker Beach Tour haben Paul Becker/Jonas Schröder vorzuweisen, die am Samstag bei ihrem vierten Turnier zum vierten Mal ins Halbfinale einzogen. Ihre Gegner machten es Ihnen heute aber nicht leicht, denn Becker/Schröder mussten gegen die Poniewaz-Zwillinge Bennet und David über drei Sätze gehen und im Entscheidungssatz lange einem Rückstand hinterherlaufen. „Es war nicht unser bestes Spiel. Beide Teams hatten Schwächephasen und so wurde es ein offenes Match auf gleichem Niveau. Dafür war es ein Nervenkrimi und ein großer Kampf“, sagte Paul Becker.